Studieren an der HMT mentoring Arts

Sie möchten Mentorin oder Mentor werden?

Das sollten Sie wissen

Wenn Sie eine Mentoringschaft übernehmen möchten, wenden Sie sich gerne direkt an die Programmkoordinatiorin. In einem persönlichen Gespräch werden Sie zur Bereitschaft, ein Ehrenamt zu übernehmen, zu ihren beruflichen Erfahrungen und/oder Funktionen, ihrer zeitlichen und räumlichen Verfügung und zu ihrem Motiv als Mentor:in wirken zu wollen befragt. 

Wichtig für die Mentoringschaft ist in erster Linie, dass zwischen Mentee und Mentor:in Sympathie besteht, um in relativ kurzer Zeit ein Vertrauensverhältnis aufbauen zu können. Darüber hinaus sind berufliche und persönliche Schnittstellen sinnvoll, um konkret über die Gestaltung von Karrierewegen zu sprechen. Dafür ist die fachliche Übereinstimmung hilfreich, aber nicht zwingend. Gute Kommunikationsfähigkeiten auf Augenhöhe werden vorausgesetzt, d.h. dass Erwartungen und Wünsche beider Seiten ausgesprochen und geklärt werden. 

Das Mentoring versteht sich ob seiner langen Tradiation als Ehrenamt. Mentoring unterstützt die Mentees hinsichtlich ihrer persönlichen Entwicklung und beruflichen Orientierung. Ziel des Mentoring ist es, die sog. Berufsfeldorientierung zu stärken.

Grundlegend für jede Mentoring-Beziehung sind Wohlwollen, Respekt und Diskretion. 

Wenn Sie eine Mentoringschaft übernehmen möchten, erfolgt dies über zwei Semster, beginndend ab Oktober/November. Empfohlen wird, dass sich das Tandem ein Mal im Monat trifft. Wichtig ist, dass Mentee und Mentor:in sich gut erreichen können und dass Treffen regelmäßig stattfinden. Das schließt nicht aus, dass auch nach Bedarf ausgerichtet werden kann. Mentees sollen lernen, proaktiv und eigeninitativ zu werden, indem sie sich um Termine und deren Inhalte bemühen. Manchmal brauchen sie hierbei noch Unterstützung und Zuspruch. Im Folgenden sind Methoden und Gestaltungsmöglichkeiten der Mentoringschaft beschrieben. Diese verstehen sich als Optionen. Ansonsten ist die Mentoringschaft frei gestaltbar.

Mentor:innen sind eingeladen an den mArts-Stammtischen (ca. alle zwei Monate) und an Jour fixe (ca. ein Mal monatlich) für Mentor:innen teilzunehmen.

Seit 2025 ist das mArts-Programm eine Daueraufgabe an der HMT Leipzig und ist curricular im Wahlbereich angesiedelt.  

Es ist wichtig, dass Mentee und Mentor:in gemeinsam Ziele schriftlich formulieren, die innerhalb der Mentoringschaft erreicht werden sollen. Somit kann der Mentoringprozess besser gesteuert werden und es gibt einen Leifanden zur Gestaltung der Treffen. 

Die Koordinatorin schlägt der oder dem Mentor:in in der Regel eine:n Mentee vor. Stimmt die oder der Mentor:in zu, wird ein Treffen zu Dritt vereinbart. Nach dem ersten Kennenlernen sollten Kontakte ausgetauscht, Kommunikationswege geklärt und ein nächstes Treffen des Tandems vereinbart werden. 

Wenn Sie innerhalb der ersten Mentoring-Treffen feststellen, dass persönliche, berufliche oder zeitliche Ressourcen nicht ausreichen, kann die Mentoringschaft jederzeit beendet werden. 

  • Karriere-Unterstützung: Austausch von beruflichem Wissen, Besprechen von Berufsperspektiven und Arbeitsrealitäten, Feedback und Feedforward zu beruflichen Ideen, Ansichten und Vorhaben und ggf. Zugang zu Kontaktressourcen sowie Einschätzung der künstlerischen Leistung, Unterstützung bei der Strukturierung des professionellen Alltags.
  • Psychosoziale Funktion: persönlicher Erfahrungsaustausch, bestärken und motivieren, Rückhalt in schwierigen/unklaren Situationen, Selbstbewusstsein aufbauen, Stärken herausstellen, Unterstützung bei der Strukturierung des persönlichen Alltags (i.S. des Selbstmanagements).
  • Rollenmodell im Sinne der Übernahme von Normen und bewährten Handlungsweisen in bestimmten Kontexten, z.B. Wie verhalte ich mich während meines Probejahres im Orchester gegenüber anderen Akteur:innen in meinem Arbeitsbereich? Welche Erwartungen wird ein Veranstalter an mich stellen? Welche formalen Kriterien sollte ich in einem Verhandlungsgespräch berücksichtigen? usw.

Formell: Mentoring ist eingebunden in eine Organisation, Kontakt zu Mentor:innen erfolgt über Koordinationsstelle, formale Programmabläufe, bestimmte Dauer, Verbindlichkeit von allen Partner:innen über z.B. Vereinbarungen.

Informell: Mehr oder weniger zufälliger Kontakt zwischen Mentee und Mentor:in oder Fortsetzung nach Ablauf des formellen Modells ohne institutionelle Einbindung.

  • Regelmäßige Gespräche in ungezwungener Atmosphäre (i.d.R. Vorbereitung durch Mentee)
  • Gegenseitiger Besuch von z.B. Proben, Konzerten, Vorträgen usw.
  • Shadowing: Mentee begleitet Mentor:in in den Berufsalltag
  • Einbindung in bestimmte Arbeitsabläufe, z.B. Vorsingen, Probespiele, Zukunftsplanung, Akquise
  • Networking, Austausch von Kontaktressourcen
  • ggf. Austausch mit Hauptfachlehrenden, je nach Wunsch/Bedarf der Akteur:innen (Mentee, Mentor:in, Lehrende)
  • Kurz-, mittel- und langfristige berufliche Planung (smart-Ziele bringen Handlungen in Bewegung: spezisch, messbar, ausführbar/attraktiv, realistisch, terminiert)
  • SWOT-Analyse (Stärken, Schwächen, Chancen, Risiken)
  • Zusammenstellung von Inhalten für die (öffentliche) Präsentation und Sichtbarkeit (z.B. Vita, Repertoire für Portfolio, Website, Social Media)
  • Alleinstellungsmerkmal erarbeiten, Erfolg individuell definieren
  • Finanzierungs-/Businessmodell erarbeiten
  • Berufliche Orientierung erweitern: Welche Möglichkeiten gibt es noch?

 

Diese Auswahl versteht sich als Option, um die Mentoringschaft mit Übungen zu unterstützen, um zu konkreten Ergebnissen zu gelangen. Die meisten der hier erwähnten Methoden und Themen werden mit und für die Mentees in den Workshops erarbeitet. Mentees können Workshop-Inhalte auch mit ihren Mentor:innen besprechen. 

  • Wissenstransfer und Sinnstiftung: Mentor:innen geben Wissen und Erfahrungen an den künstlerischen Nachwuchs weiter, womit sie zur individuellen Entwicklung, aber auch zur Stärkung der Berufsgruppe beitragen.
  • Einblick in aktuelle Entwicklungen: Mentor:innen erhalten Einblicke einerseits in die Bedarfe der jüngeren Generation, andererseits können sie von Kompetenzen und Wissen derselben profitieren.
  • Netzwerkerweiterung: Mentor:innen können im Austausch mit den beteiligten Akteur:innen neue (berufliche) Kontakte aufbauen und/oder den Nachwuchs in ihre Arbeitsbereiche rekrutieren.
  • Kompetenzen schulen: Im Austausch mit der/dem Mentee können Mentor:innen ihre sozialen und kommunikativen Kompetenzen schulen.
  • Selbstreflexion: Mentor:innen reflektieren eigene berufliche und persönliche Entwicklungen.